Dresscodes
Dresscodes erklärt: Von White Tie bis Casual
Dresscodes verständlich erklärt: White Tie, Black Tie, Cocktail, Business Formal, Business Casual, Smart Casual und Casual – und was du jeweils trägst.
Ausgabe 01Herbst 2026
Outfit fürs Vorstellungsgespräch: Dresscode der Firma herausfinden, eine Stufe darüber wählen, ruhige Farben, gute Passform und Ideen für jede Branche.
Fürs Vorstellungsgespräch ziehst du dich eine Stufe formeller an, als die Leute in der Firma an einem normalen Tag. In einem formellen Umfeld wie einer Kanzlei oder Bank heißt das: dunkler Anzug oder ein schlichtes Etuikleid oder Hosenanzug. In einem Büro mit Business Casual trägst du Hose oder Rock mit Hemd, Bluse oder feinem Strick und einen Blazer. In einer lockeren Firma reichen eine gepflegte Chino oder dunkle Stoffhose, ein sauberes Hemd oder ein Strickpullover und ordentliche Schuhe. Auf jeder Stufe gilt: ruhige Farben, gute Passform und Kleidung, in der du dich bequem bewegen und sitzen kannst.
Kleidung bringt dir nicht den Job, aber sie kann von dem ablenken, was du sagst, oder es leise unterstützen. Das Ziel: so aussehen, als gehörtest du schon dazu, nur an deinem besten Tag. So kommst du dahin.
Früher war der Rat einfach: Anzug. Heute reicht das Spektrum von sehr formell bis sehr lässig, und ein Anzug kann in einem Start-up so fehl am Platz wirken wie Jeans in einer Kanzlei. Fang also mit Recherche an:
Kennst du den Alltags-Dresscode, gehst du eine Stufe formeller. Unser Ratgeber Dresscodes erklärt beschreibt jede Stufe im Detail.
| Alltags-Dresscode der Firma | Was du zum Gespräch trägst |
|---|---|
| Business formal (täglich Anzug) | Dunkler Anzug, Hemd, Krawatte je nach Branche; oder Etuikleid, Kostüm oder Hosenanzug |
| Business Casual | Blazer mit Hose oder Rock, Hemd, Bluse oder feiner Strick; ein Anzug passt auch |
| Smart Casual | Chino oder Stoffhose, Hemd oder Strick, optional ein unstrukturiertes Sakko |
| Casual (Jeans und Sneaker) | Smart Casual: saubere Chino oder dunkle Stoffhose, frisches Hemd oder Strick, ordentliche Schuhe |
| Arbeitskleidung oder Uniform (Handwerk, Gastronomie, Handel) | Sauberes, ordentliches Smart Casual; praktische Schuhe, wenn Rundgang oder Probearbeiten wahrscheinlich sind |
Eine Stufe darüber zeigt Mühe, ohne fehl am Platz zu wirken. Zwei Stufen darüber, etwa ein Dreiteiler im Designstudio, kann Distanz schaffen.
Hier zählt Passform mehr als Preis. Unser Ratgeber Wie sollte ein Anzug sitzen? hat eine Checkliste für Schultern, Ärmel und Hose.
Kleidung fürs Vorstellungsgespräch soll dich unterstützen, nicht mit dir konkurrieren. Ruhige Farben schaffen das am besten:
Kräftige Farben und auffällige Muster beschränkst du auf ein kleines Teil. Ein klares, einfarbiges Outfit lässt dein Gegenüber sich auf dich konzentrieren.
Das häufigste Kleidungsproblem beim Vorstellungsgespräch ist nicht das falsche Outfit, sondern eines, das nicht sitzt oder unbequem ist. Prüf am Vortag:
Baust du eine Arbeitsgarderobe von Grund auf, reichen wenige vielseitige Teile weit. Navy-Sakko, graue Hose und weißes Hemd aus einer Capsule Wardrobe für Herren decken schon die meisten Gesprächssituationen ab, und dieselbe Logik gilt für eine Arbeitsgarderobe für Damen.
Kleine Details fallen mehr auf, als du denkst – vor allem, wenn sie ablenken.
Für Videogespräche gilt dieselbe Recherche, dazu ein paar Extras:
Ein ausgedachter Fall, um die Methode zu zeigen.
Lea hat ein Vorstellungsgespräch für eine Marketingstelle in einer Softwarefirma. Die Teamfotos auf der Karriereseite zeigen Jeans, Strick und gelegentlich ein Sakko: Casual bis Smart Casual. Eine Stufe darüber ist Smart Casual an seinem besten Tag.
Zum zweiten Gespräch mit der Finanzleiterin behält sie Hose und Blazer und tauscht den Strick gegen ein frisches Hemd.
Annehmen, ein Anzug sei immer richtig. In formellen Branchen ist er die sichere Wahl, in einer lockeren Firma kann er wirken, als hättest du nicht recherchiert.
Etwas zum ersten Mal tragen. Neue Schuhe drücken, neue Hemden halten Überraschungen bereit. Trag alles mindestens einmal vor dem Termin.
Zu viele Statements auf einmal. Eine kräftige Farbe, ein lebhaftes Muster und auffällige Accessoires zusammen ziehen die Aufmerksamkeit von dir weg.
Komfort ignorieren. Enge Kragen, Absätze, in denen du nicht laufen kannst, und kratzige Stoffe sieht man an der Körpersprache.
Starkes Parfüm. Besprechungsräume sind oft klein. Dezent bleiben oder ganz weglassen.
Zieh dich so an, wie der Job in dieser Firma gemacht wird, nur eine Stufe gepflegter. Dann erledigt die Kleidung ihre leise Aufgabe: Sie lässt dich vorbereitet aussehen, damit es im Gespräch um dich geht.
Nein. Ein Anzug ist die sichere Wahl in formellen Branchen wie Kanzleien, Banken oder bei Positionen mit viel Kundenkontakt. In Firmen mit Business Casual oder lockerem Dresscode passen Hose oder Rock mit Hemd oder Strick und optionalem Blazer meist besser. Zieh dich eine Stufe formeller an, als die Mitarbeitenden im Alltag.
Ruhige, einfarbige Töne wirken am besten: Navy, Anthrazit, Grau, Weiß, Hellblau, Beige und sanfte Erdtöne. Sie sehen professionell aus und lenken die Aufmerksamkeit auf das, was du sagst. Farbe setzt du besser in kleiner Dosis ein, etwa mit einem Pullover oder Schal.
Nur wenn die Firma eindeutig lässig ist und du den Rest des Outfits aufwertest: dunkle, saubere Jeans ohne Risse, ein frisches Hemd oder feiner Strick, ein Blazer oder eine gepflegte Jacke und saubere Lederschuhe. Im Zweifel greifst du lieber zu Chino oder Stoffhose.
Kleide dich wie für ein Gespräch vor Ort, mindestens ab der Taille aufwärts, und trag eine richtige Hose, falls du aufstehen musst. Einfarbige mittlere Töne wirken vor der Kamera am besten; sehr feine Streifen und kleine Karos können auf dem Bildschirm flimmern. Teste Outfit, Licht und Hintergrund vorher.